Reisebericht Fahrradtour Marokko

Mit dem Fahrrad in einem der schönsten und fast unbekannten Landstriche Marokkos: von Fes nach Marrakech am Rande des Mittleren Atlas Gebirges. 


Marrakech ist auf den ersten Blick sympathisch. Unsere Unterkunft, Riad Dar El Malak, hat einen liebevoll gestalteten ruhigen Innenhof. Zum Frühstück sitzen wir auf der Dachterrasse und sehen schon im Hintergrund die schneebedeckten Berge.
In den 2 ½ Tagen vor der Radtour besuchen wir den Jardin Majorelle und das ansprechende Berber-Museums, das Ausstellungsprojekt einer Schweizer Stiftung über die Geschichtenerzähler des großen Jeema et Fna Platzes und die Medrasa Ben Yousseff, einer alten islamischen Schule, wo mal über 500 Schüler unterrichtet wurden.
Wir fahren mit zwei Taxis zum Bab Ksib, dem im Süden gelegenen Stadttor, besuchen den Palast El Badii, in dem anlässlich der Biennale von Marokko zahlreiche Objekte lokaler Künstler ausgestellt sind, das kleine private ethnologische Tiskiwin Afrika-Museum des Holländers Bernt Flint, und das Museum für Fotografie, wo alte Fotos ab ca. 1880 gesammelt und ausgestellt sind. Ganz oben ein nettes Café auf der vielleicht höchsten Dachterrasse der Medina. Anschließend zum Jeema et Fna Platz, das Treiben der Schlangenbeschwörer, Akrobaten, Geschichtenerzähler etc. anschauen.

 


Fr 22.4. startet unsere große Radtour um 0900 Uhr gleich mit der längsten Etappe, knapp 100 km. Wir fahren aus den winkligen Gassen des Souks nach draußen, biegen am Busbahnhof nach rechts und nun immer nach Osten, der Sonne entgegen. Bald sehen wir rechts im Hintergrund die Bergkette, an der wir entlang fahren. Nach einer halben Stunde ziehen wir die Jacken aus und fahren in T-Shirts. An einem Obst- und Gemüsestand kaufen wir ein paar Bananen.

Die Landschaft wird grüner je weiter wir die Stadt hinter uns lassen. Wir sehen Olivenbäume, Getreidefelder und Gemüseanbau -teilweise mit Bewässerungskanälen. Zwischendurch auch Feigen, Granatapfel, Kaktusfeigen. Und überall zwitschern die Vögel (Haubenlerchen). Der Frühling ist voll da.

Ungefähr auf halber Strecke -in Sidi Rahil, gibt es eine lange Mittagspause. Wir essen Hariri, eine Suppe aus Hülsenfrüchten, essen leckeres Brot dazu, trinken einen Pfefferminztee und kaufen nebenan noch 2 Melonen. Das Thermometer zeigt 25° im Schatten.
Alle Bäche, Flüsse, Wasserläufe, die wir bisher überquerten, waren völlig ausgetrocknet. Es hat hier viel zu wenig geregnet. Dennoch ist es rechts und links recht grün. Km 80 gegen 1730. Jetzt in der Abendsonne fährt es sich äußerst angenehm. Die Schatten sind länger; die Sonne steht genau hinter uns. Die Landschaft wunderschön grün mit vielen Olivenbäumen, rechts die Bergkette und ganz hinten die schneebedeckten Gipfel. Kurz von 1900 sind wir in Demnate, quartieren uns im Hotel ein, laufen durch den Ort, finden was zum Abendessen, bummeln nachher noch durch die Gassen, probieren leckere Kekse und sind um 2230 zurück.

Sa 23.4.
65 km von Demnate zur Schlucht von Ouzoud
In der Nähe des Busbahnhofs haben frühmorgens schon etliche Stände offen. Die Strecke nach Ouzoud führt gleich durch wunderschön grüne Landschaft mit Weizen, Oliven, Nadelbäumen. Immer wieder ein paar Esel oder Schafe und natürlich die Hügel rechts und links. Es geht reichlich rauf und runter. Nach 25 km machen wir im Ort Tanat im Café le Jardin eine lange Kaffeepause. Weiter erst um 1225 nachdem wir noch einige der guten Aniskekse aus Demnate aßen. Zum Mittag machen wir Pause bei einer Steineiche auf einer Anhöhe mitten in einem Weizenfeld. Wahnsinnig toller Blick auf die Hügel und Berge inkl. schneebedecktem Berg im Hintergrund. Großes Picknick mit Maistortillas die wir aufschneiden, mit Olivenöl, Rukola und Makrele aus der Dose füllen. Dazu Oliven, Paprika, Salatgurke und zum Nachtisch Mandeln und Datteln. Weiter um 1445.

Zur Schlucht von Ouzoud geht es ordentlich bergab (manchmal auch wieder ein Stückchen rauf).
Unten im Ort etliche Parkplätze, einige Straßencafés und ein paar Hotels. Wir sind im Titrite, beziehen unsere Zimmer und laufen zum Wasserfall. Zuerst mal sieht man ihn von oben, quasi an der Kante wo er abstürzt.

So 24.4.
Pausentag in der Schlucht von Ouzoud

Ausschlafen, lange Frühstücken. Auf unserem Ausflug folgen wir nicht dem Weg bergab zum Fluss, sondern gehen quer durchs Gelände. Alles ist mit Olivenbäumen bepflanzt die über kleine Bewässerungsrinnen und durch halbkreisförmige Vertiefungen um die Bäume rum bewässert werden. Ein Olivenbauer zeigt uns dann einen Pfad bergab. Zurück laufen wir dann den normalen Weg und trinken an einer etwas verfallenen Raststätte „Chez Ouloud“ noch einen Pfefferminztee. Erst 1530 snd wir zurück in der Unterkunft und bestellen schon mal das Abendessen vor.

Mo 25.4.
Via Azilal nach Bin-al-Oidane am gleichnamigen Stausee und Naturschutzgebiet. Es gibt eine neue und deutlich kürzere Straße nach Azilal, so dass wir nicht die 16 km Bergaufstrecke zurück fahren müssen.

Gleich hinter dem Ort geht es in die Berge. Eine schöne neue Straße fast ohne Autoverkehr und etwa nach 11 km sind wir 1.370 m hoch oben auf dem Pass, – gleich wird es ordentlich runter gehen.
Blauer Himmel, Cirruswolken und hinter dem Pass sind weit vor uns die schneebedeckten Berge zu sehen. Grüne Wiesen, roter Mohn, gelbe Blüten. Der Kuckuck ruft, Vögel zwitschern. Km 20 erreichen wir erst kurz vor 12:00 Uhr.
Mittagessen in Azilal und mit vollem Bauch bei sommerlichen Temperaturen geht es etwas anstrengend aus der Stadt raus auch gleich wieder bergauf. Auf dem Weg zum nächsten Pass werden am Straßenrand Thymian, Salbei und andere frische Kräuter verkauft.

Oben sehen wir schon von weitem den Stausee türkisblau unter uns liegen. Wir erreichen unsere Unterkunft nach 58 km vor 1630 Uhr. Ein liebevoll gestaltetes Gartengelände am Hang und unten schimmert der Fluss. Wir laufen runter und baden kurz. Doch das Wasser ist noch kalt und wir sind schnell wieder draußen.

Di 26.4.
Bin el-Ouidane – Tagleft, 56 km
Wir fahren gut 1 km zurück in Richtung der Staumauer und dann geht es auch gleich den Berg hoch. In welligem Auf und Ab geht es eine ganze Zeit am Stausee entlang, bevor wir wieder in die Berge abbiegen. Wir haben jetzt gut 500 Höhenmeter vor uns. Um 1400 Uhr haben wir erst 25 km hinter uns. Wir machen eine große Picknickpause im Schatten eines alten Baumes un fahren eine Stunde spter weiter.
Auch heute haben wir eine wunderschöne Landschaft. Als Grundton die rotbraune Erde mit vielen Steinen. Das Grün von Olivenbäumen, Eukalyptus und gelegentlich auch Bambus. Gelbe Dolden von wildem Fenchel, knallgelber Ginster. Violette kleine Irisähnliche Blüten und pinkfarbene Wicken dicht am Boden.  in den Bergen auch Nadelbäume und zwischendurch immer wieder saftig grüne Flecken von Getreide. Auffallend ist auch ein Euphorbiengewächs, das sich wie ein Kissen um große Steine zu legen scheint.
Bald fahren wir wieder ordentlich bergab, ganz runter bis zum Fluss, über eine Brücke auf die andere Seite und dann natürlich wieder hoch. Tagleft erreichen wir nach 56 km gegen 18:00 Uhr. Wir halten am Ortseingang bei einem Café, trinken Waser und Kaffee und lassen uns das Gästehaus im Ort zeigen. Tagleft ist ein Berber-Dorf, sehr offen, freundlich und angenehm. Mädchen und Jungs sind gemeinsam auf der Straße, sprechen uns an, wollen ihr englisch ausprobieren.

Mi 27.4.
Tagleft – Naour

Nach dem Ortsausgang geht es gleich wieder ordentlich runter. Runter bis zum Fluss, über die Brücke rüber und natürlich auf der anderen Seite wieder hoch. Insgesamt etwa 600 m hoch, hieß es.
Oben am Pass sind wir aber schon gegen 11:00 Uhr. Und wieder bergab, durch eine kleine Ortschaft, danach wieder hoch und wieder runter und wieder bergauf.
Jetzt wieder eine längere Abfahrt, rechts von uns ein kleiner Bach an dessen Rändern es recht grün ist. Aprikosen- Mandel und Apfelbäume, Gras, Getreide und Schafsweiden.
Unten im Ort wo die Straße auf einer kleinen Brücke übers Wasser führt, kommt in der Kurve plötzlich ein Wochenmarkt wo aller möglicher Krimskrams angeboten wird. Wir machen Pause, essen Omelette, Brot und frittierten Fisch, trinken Tee. Bald wird die Straße zu einem schlechten Feldweg.
Nach 48 km kommen wir in Naour an, ungefähr um 16:30. Eine einfache Unterkunft, eine Gite, gibt es knapp 2 km weiter. Die ist wohl seit längerem nicht mehr benutzt worden oder wurde noch gar nicht richtig eröffnet. Die drei Frauen von nebenan richten aber alles schnell her. Es gibt Betten und Matratzen in zwei Räumen plus in zwei Ecken des Vorraumes. Das Wasser wird angestellt, die Pumpe angefahren, der Strom eingeschaltet und bald sieht es ganz passabel aus. In drei kleinen Läden plus einer Bäckerei 200 m weiter kaufen wir Brot, Wasser, Marmelade, Obst und Gemüse fürs Abendessen und fürs Frühstück morgen.
Picknick dann draußen hinterm Haus mit Möhren, Tomate, Paprika, Zwiebel, Salatgurke, Fischkonserven… Einige fahren abends noch mal in den Ort, da in den Cafés irgendein Fußballspiel übertragen wird.

Do 28.4.
Naour – Aghbala
09:45 fahren wir los, nur kurz bergab und gleich wieder hoch. Wieder wundervolle Landschaft. Viele Bäume, Obstbäume in Blüte und auf den Wiesen neben den pinkfarbenen Wicken jetzt auch das knallblau von Borretsch. Die Straße ist meist einspurig, aber gut fahrbar. Vögel zwitschern, Wasser plätschert, Frösche quaken.
Zwischen 1100 und 1200 Uhr überqueren wir schon den Tiz-n- Ifli Pass. Danach bald eine rauschende Abfahrt hinunter und wieder sehen wir am Horizont die schneebedeckten Berge.
Wir sind jetzt in einem Tal in einer weiten Ebene; weit weg am Horizont sehen wir in allen Richtungen die Berge. Große Flächen von frisch gepflügten Feldern, rote Erde, keine Steine mehr.
Auch der Weg nach Aghbala ist weiter als gedacht, führt bergauf aus der Ebene heraus. Blauer Himmel, weiße Zirruswolken, nicht zu heiß. Links viele Nadelbäume und rechts immer wieder Obstbaumplantagen in Blüte.
Ankunft heute schon um 1430; doch der Ort liegt natürlich oben auf einem kleinen Berg. Wir kommen im Hotel Katalunya unter. In den letzten Tagen haben viele Männer sich lieber in Spanisch als in Französisch mit uns unterhalten wollen, da sie lange Zeit in Spanien gearbeitet hatten.
Nachmittags haben wir noch eine kleine Lagebesprechung auf der Dachterrasse und entscheiden uns für eine Änderung des noch vor uns liegenden Streckenverlaufs. Keine Jagd nach Endorphinen, etwas weniger bergige Strecken und trotzdem durch schöne Landschaft.

Fr 29.4.
Aghbala – El Kebab – Kenifra, 75 km

Schon im Ort Aghbala geht es gleich bergauf. Doch nach 20 Minuten sind wir oben – das waren gerade mal 3 km. Heute geht alles etwas gemütlicher. Die Straße führt oben entlang eines Kammes, in alle Richtungen blicken wir abwärts. Wir fahren in einer eigentlich sehr schlichten und kargen Landschaft, die wir dennoch als sehr schön empfinden. Rote Erde, Steine, grüne Flecken von Feldern, kleine Dörfer, die sich an die Hänge schmiegen, Esel, Schafe, ab und zu ein paar Leute. Manche Hügelkuppen sind oben bewaldet, dazu Farbkleckse von gelben Blüten, roter Mohn, orange Tagetes, weiße Obstbaumblüten.
Um 12:45 sind wir 20 km gefahren,  km 30 um 13:45. Nach einer rauschenden Abfahrt kommen kleine Orte. Immer noch eine sehr schöne Landschaft, teilweise rot-gelb-blaue Wiesen: Mohn, Borretsch und verschiedene gelb blühende Pflanzen. Unsere kleine Straße stößt jetzt auf eine größere Hauptstraße und an der Kreuzung gibt es mehrere Restaurants. Wir essen eine leckere Tajine und unterhalten uns etwas mit den anderen Leuten, die dort essen.
Danach nur ein sehr kurze Stück Hauptstraße und gleich wieder rechts hoch eine kleinere schmale Straße den Berg hinauf  – die Vögel zwitschern und der Kuckuck ruft. Blauer Himmel.
Bald wieder eine rauschende lange Abfahrt. Wir stoppen immer wieder um den Ausblick weit in die Ebene hinunter in Ruhe anzuschauen. Auch den Ort El Keab sieht man schon von weitem. Dort angekommen erst mal eine Kaffeepause. Es heißt, dass es hier keine Unterkunft gäbe; wir sollten 32 km weiter nach Kenifra weiterfahren.
Wir erreichen die Stadt erst gegen 19:30 da uns eine Reifenpanne etwas länger aufhielt.
Es ist immer noch hell und warm; ich fahre in kurzer Hose und T-Shirt.

Sa 30.4.
Kenifra – Source de l’Oum el Rbia, 48 km

Wir fahren erst 11:30 Uhr aus der Stadt raus. Alle wollten 1 Std. länger schlafen, da es ja angeblich nur eine kurze Strecke sei. Und wir fahren noch zum Carrefour Supermarkt um Wein und Bier einzukaufen. Aus der Stadt raus geht es ständig bergauf, anfangs stärker befahren. Liegt vielleicht auch daran, dass es Wochenende ist und Leute zum Picknick ins Grüne fahren. Anfangs noch recht städtisch mit vielen Häusern. Dann wird es grüner, Felder wieder mit vielen Farbtupfern und bald sind wir im Wald mit kleinen Bäumen, doch leider fällt kein Schatten auf die Straße.

Nach 24 km, da wo die Straße links zu den Sources de’l Errabia anfängt, fangen auch die Zedernwälder an. Einzelne mächtige Nadelbäume sind zu sehen. Die Straße wird nun schmaler und ruhiger und wir sind im schattigen Wald. Dann kommt eine weite Ebene, viele Schafe auf zartem grünen Rasen und vereinzelte Ziegen dabei. Kurz darauf eine ähnliche Wiese wo viele Autos parken stehen und Familien Picknick machen.
Wir haben weiterhin einige schöne starke Abfahrten und dann geht es auch immer wieder ordentlich berghoch. Immer noch wunderschöne Landschaft; dichte grünbewaldete Hügelkuppen, rechts und links am Rand sind immer wieder ebene Flächen mit brauner Erde, Steinen und wenig grünem Gras.
Bei km 45 kommt links tief unten in der Schlucht ein rauschender Fluss zu sehen, überall weiße Schaumkronen. In Serpentinen fahren wir tief hinunter, können schon den Ort La Source sehen. Im erstbesten Hotel links an der Straße ist zwar noch Platz, doch es gefällt uns nicht. Wir finden was Besseres auf der anderen Seite des Wassers; vier Räume mit Teppichen auf dem Boden und einer  Dachterrasse auf dem Haus. Wir laufen am Fluss entlang nach oben und essen in den abgetrennten Nischen zwei leckere Tanjines und trinken Tee. Traumhaft schöne Stellen direkt am Fluss. Zurück bei der Unterkunft sitzen wir auf der Dachterrasse und trinken unser Bier und eine Flasche Rotwein.

So 1. Mai
1.5. Source de L’Oum el Rbia – Azrou, 62 km

Bergab und bergauf in  grün/ braun/ weißer bzw. blumengefleckter Landschaft. Auch mit dem Geruch von Ginster und Feigen. Und wieder mal kreuzte eine Schildkröte die Straße. An eingefassten Quellen stehen Leute mit ihren Eseln, füllen Trinkwasser ab, tränken die Tiere oder waschen Wäsche.
Kinder verkaufen Kräuter oder gekochte Eier oder betteln nach „Stilo“, einem Kugelschreiber.
Wir fahren durch Zedernwald, Mischwald und karge Hochebenen. Auf einer schönen Waldstrecke kurz vor Azrou sehen wir eine Horde Affen.
Die Stadt erreichen wir am Abend und kurz danach sind wir am zentralen Platz im Zedern-Hotel.

 
2.5.
Azrou – Dayet Aoua, 53 km

Knapp 8 km  bergauf mit unangenehmem Autoverkehr aus der Stadt raus, dann wird es ruhig und schön mit duftendem Wald und heideähnlicher Landschaft. Ein paar Jogger und Läufer trainieren für den Marathon des Cédres.
Pause in der Uni-Stadt Ifrane, die sich rühmt, eine der saubersten Städte der Welt zu sein. Das ist schon glaubwürdig, denn es sah alles sehr geleckt aus und Rasenflächen an Straßenkreuzungen waren schön mit Veilchen bepflanzt.
Vor uns ziehen dunkle Wolken auf; es bleibt unklar, ob sie uns erreichen werden. Der Wind nimmt zu, die Sonne ist weg, wir hören Donner, sehen einen Blitz. Die Wolken entscheiden sich nicht, ob sie nach rechts oder links wollen. Sie scheinen sich eher direkt über uns sammeln zu wollen.
Bei jedem Haus halten wir kurz an und überlegen ob wir uns unterstellen sollen. Doch wir haben Glück und werden von Regen verschont. Es ist aber deutlich kühler und windiger.
Am späten Nachmittag erreichen wir am See von Aoua ein wunderschönes von Apfelplantagen umgebenes Gästehaus, in dessen Garten die Pfauen stolzieren.

3.5.
Pausentag in Dayet Aoua, 28 km
Lesen, Wäsche waschen, Picknick, in den Ort fahren, eine Runde um den See drehen.

4.5.
Dayet Aoua – Bhalil, 49 km

Ein bedeckter und kühler Tag. Nach Sefrou geht es ordentlich bergab. In der Stadt duften die Orangenbäume und es ist wärmer, fast schon drückend schwül. Wir machen Mittagspause und laufen durch die Medina. Am Nachmittag geht es die 5 km nach Bhalil, wo uns wieder ein schönes, liebevoll gestaltetes Gästehaus erwartet.

Do 5.5.
Ausflugstag
Mit einem angemieteten Kleinbus fahren wir zur alten römischen Stadt Volubilis, in der mal gut 200.000 Menschen wohnten und schauen uns die Ausgrabungsstätte mit ihren zahlreichen Mosaiken an. Danach geht es durch die labyrinth-artigen Gassen der auf einem Berg gelegenen Stadt Mulay Idriss und schließlich zu einem Besuch der Stadt Mèknes. Am späten Nachmittag sind wir zurück in Bhalil.
Beim Abendessen erzählt uns Kamal, wie er dazu kam, diese Unterkunft zu betreiben, wie er als Bildungs- und Entwicklungsagent durch Sprachkurse und Umweltbildung versucht mit der Berber-Bevölkerung zusammenzuarbeiten.

Fr 6.5.
Bhali – Fez, 35 km
Auf kleinen Dorfstraßen und auch mal einem schlammigen Feldweg fahren wir in die Stadt Fez und kaufen am CTM Busbahnhof schon mal Tickets für die Rückfahrt nach Marrakech.
Auch in Fez haben wir am Rande der Medina unsere Unterkunft in einem netten Riad.
Heute startet das Musikfestival der heiligen Musik. Bei Ticketpreisen von 30 und 60 Euro für das Eröffnungskonzert, schauen wir dort nur mal kurz vorbei, sehen und hören aber nichts, da das Konzert hinter hohen Mauern stattfindet. Beim Rückweg kommen wir an der Mezzanine Bar vorbei, wo wir noch einen Wein oder ein Bier trinken und der Amateurband zuhören.

Sa 7.5. Fez
Gemeinsam mit dem Rad die Stadt umrunden und danach individuell Fez erkunden.
Live-Musik im Café Barcelona, Abendessen im touristischen Clock Café und danach zu dem gratis-Open-Air Konzert am Place Boujloud, das für 20:00 Uhr angekündigt war. Wir kamen nach 21:00 und erlebten den Soundcheck. Danach verließen die Musiker die Bühne, viele Leute rannten vom Platz um zum letzten Abendgebet in die Moschee zu gehen und nach 22:00 Uhr startete das Konzert nicht sehr überzeugend. Wir gingen nach dem ersten Stück.

So 8.5. Fez
Über das Clock Café buchten wir eine Stadtführung und bekamen einen wunderbaren, fast 70 Jahre alten Mann, der uns den ganzen Tag durch die Gassen zog. „Missouri“ lebte als Jugendlicher in Deutschland, später noch in den USA, in Kanada und Frankreich, hatte überall seine Liebschaften und setzte angeblich 28 Kinder in die Welt.
Mit ihm sahen wir jedenfalls so einige Ecken, die wir alleine nicht entdeckt hätten. So z.B. das völlig verfallene Gebäude eines ehemaligen Harems von einem der Generäle die gegen den König putschen wollten und danach ermordet wurden.

Mo 9.5.
Busfahrt Fez – Marrakesch
Dort noch mal durch die Medina zum Jeema et Fna Platz

Di 10.5.
Sachen packen, letzte Erledigungen, mittags zum Flughafen und Rückflug über Frankfurt/M. nach Berlin.