Fahrradreisen in Afrika – Infos

Allgemeine Informationen zur Reise und zur Reisevorbereitung

[ausführliche weitere Unterlagen zur Reisevorbereitung bekommen alle Teilnehmer(innen) nach der Anmeldung zugeschickt]

Visum

Für alle Länder außer Gambia ist für Deutsche ein Visum erforderlich, das Sie bei der Botschaft des Landes in Berlin erhalten (bei Senegal nur per Internet-Anmeldung) Der jeweilige Antrag ist im Internet erhältlich bzw. wird Ihnen von uns zur Verfügung gestellt. Der Reisepass muss über das Rückreisedatum hinaus noch 6 Monate gültig sein.

Fahrrad im Flugzeug

Am Flughafen geben wir Rad und Satteltaschen als Reisegepäck auf. Es dürfen nur 2 Gepäckstücke aufgegeben werden. Beim Rad ist es notwendig, den Lenker querzustellen, die Pedalen abzuschrauben und etwas Luft abzulassen. Das Rad wird komplett in einen Fahrradkarton verpackt (rechtzeitig bei einem Fahrradhändler anfragen), oder mit einer stabilen Abdeckfolie geschützt. Verpackungsmaterial und Winterbekleidung kann im Gastland deponiert werden.
Infos über die EU-Sicherheitsvorschriften zum Handgepäck im Flugzeug. Mehr: Wie bringe ich mein Fahrrad zum Flughafen?

Anforderungen an Rad und Fahrer/in

Eine gute körperliche Kondition ist notwendig, ebenso auch die Erfahrung einer mehrtägigen Radtour mit Gepäck.
Das Rad sollte einen stabilen Gepäckträger, Gangschaltung und keine schmalen Reifen haben. Bringen Sie ihr Rad vor der Reise in Ordnung, geben sie es gegebenenfalls bei einem Fahrradhändler in Inspektion und achten sie auch auf den Zustand der Mäntel. Wer mit einem defekten Rad losfährt schadet sich und der Gruppe.
Wir fahren mit den eigenen Rädern und haben unser Gepäck dabei. Wir fahren ohne Begleitfahrzeug. Also achten Sie darauf, so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich mitzunehmen, Gewicht und Volumen zu reduzieren.

Klima

In Westafrika ist es sommerlich warm bis heiß. Temperaturen morgens ca. 25°, mittags über 30° C. Kein Regen, nur leichte Winde, Flachland in Senegal, geringe Steigungen in Burkina Faso. Äthiopien, Madagaskar, Tansania und Uganda sind bergig – Afrika für Fortgeschrittene. Bei hochsommerlichen Temperaturen kann es auch mal etwas anstrengend werden. Teilnehmer sollten daher hitzeverträglich und bei guter körperlicher Verfassung sein. Wer nach 40 km Radfahren an seine Leistungsgrenze kommt, sollte erst mal bei anderen Radtouren mitfahren.
Wenn es heiß ist, haben manche mittags keinen Appetit. Aber Fahrradfahren ist körperliche Arbeit und Sie sollten unbedingt genügend essen und trinken. Es gibt fast überall Softdrinks oder einheimisches Wasser zu kaufen.

Übernachtung

Teamgeist und ein gewisser Komfortverzicht sollten mitgebracht werden. Eine Radtour in Afrika ist was anderes als ein Urlaub im eingezäunten Clubgelände. Wir übernachten immer in festen Räumen, oft in einfachen Unterkünften, Gästehütten von Selbsthilfeprojekten oder in preisgünstigen Hotels. In der Regel gibt es Doppelzimmer mit einem französischen Doppelbett. Selten besteht die Dusche auch aus einem Wasserbottich, aus dem man sich mit einem Becher das Wasser über den Kopf kippt; Toiletten sind in Ausnahmefällen noch wie früher in Frankreich, also zum Hocken.
Grundsätzlich gilt: keine allzu großen Ansprüche stellen. Gastfreundschaft in Afrika orientiert sich mehr an Begegnung/Freundschaft als an den deutschen Maßstäben von Sauberkeit, Pünktlichkeit oder perfektem Funktionieren. Ein Zelt oder eine Isomatte mitzunehmen ist nicht nötig. Es empfiehlt sich, einen dünnen Schlafsack mitzunehmen. Moskitonetze sind nicht immer vorhanden (und manchmal defekt); wer will kann gerne ein eigenes Netz mitnehmen (plus Schnur und Schraubhaken zum Aufhängen).

Was muss ich alles mitnehmen ?

Eine Liste mit Vorschlägen verschicken wir mit den Reiseunterlagen. Hier schon mal zwei Quellen im Internet: Die ADFC-Checkliste für den Fahrradurlaub und die Ausrüstungsliste von Ingo Harrachs Bike Site.
Stromversorgung: Das Ladegerät für die Digitalkamera ruhig mitnehmen, es besteht immer wieder die Möglichkeit, Akkus aufzuladen.

Reiseverlauf und Organisation der Reise

Der Reiseverlauf stellt einen Tourenvorschlag, basierend auf den Erfahrungen der letzten Touren dar. Mit der Anmeldebestätigung gibt es ausführliche Unterlagen. Bei jeder Tour können neue Streckenabschnitte oder Unterkünfte ausprobiert werden. Ebenso können -nach gemeinsamer Absprache- zusätzliche Pausentage eingelegt oder vorgesehene Pausen verkürzt werden. Änderungen im geplanten Reiseverlauf sind auch möglich, wenn es Verzögerungen gibt, wenn wir gemeinsam etwas anderes beschließen oder wenn es die Sicherheitslage nicht erlaubt.
Die Radtouren sind nicht starr im Voraus festgelegt; wir können einen hohen Grad an Flexibilität gewährleisten.

Verpflegung (Frühstück, Mittagessen, Abendessen)

Ein ’normales‘ Frühstück besteht (nach französischem Vorbild) aus Nescafé und einem Stück Baguette. Fast in allen Orten kann man auch Obst kaufen. Bei einigen Unterkünften wird das Abendessen in Absprache mit der Gruppe vorbestellt.

Sprache

Amtssprache ist französisch (bzw. englisch in Gambia, Tansania, Uganda und Äthiopien). Sie sollten auch versuchen, ein paar Worte und Sätze der einheimischen Sprache zu lernen. Das ist nicht schwer! Und wer seine neu erworbenen Sprachkenntnisse anwendet, wird bei den Leuten auf begeisterte Zustimmung stoßen.

Geld + Gruppenkasse

Nur Euro Bargeld mitnehmen. Es ist zweckmäßig, wenn wir für die Dauer unserer Reise für die gemeinsamen Ausgaben eine Gruppenkasse anlegen.
Private Kosten: ca. 2 Euro für ein Essen bei einheimischen Gerichten in einfachen Küchen am Wegrand; Restaurants in den Städten ca. 4-6 Euro für ein Essen. Wer sparen will, kann auch mit weniger gut hinkommen. Wenn der Reiseleiter ein Abendessen für alle und das Frühstück für den nächsten Tag bestellt, ist mit 5.000 CFA (7,5 Euro) für das Abendessen und 1.500 CFA für das Frühstück zu rechnen. Rechnen Sie mit ca. 350 Euro bei einer 3-Wochen Reise in Senegal oder Burkina Faso (und etwas weniger in Äthiopien und Madagaskar).
Der afrikanische Franc CFA hat einen festen Wechselkurs zum Euro; 1 Euro = 655,957 CFA.

Gesundheit / Medikamente / Malariaprophylaxe

Für Senegal und Gambia sind keine Impfungen vorgeschrieben. Französische Medikamente sind in den Städten gut zu bekommen. Sinnvoll ist eine Gelbfieberschutzimpfung (die hält 10 Jahre), ist für die meisten Länder vorgeschrieben und eine Malariaprophylaxe. Hier empfiehlt die WHO meist Doxycylin, Malarone oder Lariam. Wer Lariam nimmt sollte wegen möglicher Nebenwirkungen schon zuhause beginnen und die Verträglichkeit gut beobachten (lassen)! Doxycylin ist im Ausland oft billiger als hier. Die Kosten für das teure Malarone werden  (bei privaten Reisen) auch von einigen Krankenkassen erstattet, z.B. von der TK. Ausführliche Infos über Malariaprophylaxe bei der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin unter dtg.org.
Auch als Erwachsener sollte man den Stand seines Polio- und Tetanus Schutzes überprüfen.
Bisher häufigste Erkrankungen waren Magen-Darm-Erkrankungen und Erkältungen (Fahren im T-Shirt, Fahrtwind, abends wird’s kühler … usw.) -daher immer auch ein paar Halslutschtabletten mitnehmen.

Kranken- und andere Versicherungen

Eine Reise-Rücktrittskostenversicherung ist sinnvoll, um sich wegen einer plötzlichen Erkrankung gegen die Storno-Gebühren bei vorzeitigem Rücktritt abzusichern. Eine Auslandsreise-Krankenversicherung gibt es ab 14 Euro pro Jahr. Afrika-erleben vermittelt die Reiseversicherungen der Hanse-Merkur.

Gruppenreisen

Es gibt Erlebnisse, die man nur in der Gruppe haben kann. Wer mit einer Gruppe verreist, sollte auch ein Auge für die Situation der anderen haben. D.h. nicht wegschauen, sondern hilfsbereit sein, wenn andere ein Problem haben und ggf. auch mal teilen bzw. etwas abgeben. Die Suche nach Harmonie und einer alle zufrieden stellenden Lösung steht bei Meinungsunterschieden im Vordergrund. Dickköpfiges Eigeninteresse ist bei einer Gruppenreise nicht gefragt. Manche Entscheidungen werden in der Gruppe getroffen, da nicht alles vorher festgelegt werden kann.

Die Gruppe – wer sind die anderen Teilnehmer?

Von der 26 jährigen Studentin bis zum 68 jährigen Rentner – alle Teilnehmerkreise sind dabei. Die meisten sind wahrscheinlich zwischen 40 und 45 Jahre alt. Das Alter der Teilnehmer ist für die Stimmung in der Gruppe eher unerheblich. Wichtiger ist die soziale Kompetenz, d.h. die Bereitschaft, sich nicht nur um sich selbst zu kümmern, sondern auch das Wohlergehen der anderen mit im Blick zu haben. Die Teilnehmerzahl beträgt meist zwischen 5 und 10.

Perfektion ist nicht möglich

Präzise Zeitangaben sind unüblich. Natürlich können wir bei einer Unterkunft bestellen, dass wir am nächsten Morgen um 7:00 Uhr frühstücken wollen. Aber wann ist 7:00 Uhr? Dem drängelnden Weißen wird ungern eine abschlägige Auskunft gegeben. Lieber sagt man das, wovon man meint, dass es der andere gerne hören möchte.
Einen problemlosen Komforturlaub können wir nicht bieten. Es kann vorkommen, dass vor Ort etwas anderes organisiert wurde als wir gemeint hatten. Dann gilt es zu improvisieren. Bisher konnten unsere ReiseleiterInnen die buntesten Sachen erleben und meistern und wir denken, es bleibt dabei.

Reisen in arme Länder der „Dritten Welt“

Die Reise führt in einen anderen Kulturkreis, in eine „fremde Welt“. Eine fremde Kultur zu verstehen wird in der Kürze der Reise nicht möglich sein. Aber wir wollen zum Verständnis für das Fremde und für den Respekt vor dem Fremden beitragen. Dazu gehört die Bereitschaft, das Unverstandene zu tolerieren, in seiner Eigenart existieren zu lassen, es nicht als bedrohlich zu empfinden und die Lebensweise anderer nicht zu (zer)stören.
Für manche ReiseteilnehmerInnen ist es sehr überraschend, auf die erste Begegnung mit der Armut und/oder auf die nähere Begegnung mit fremdartigen Menschen zu reagieren. Die Erkenntnis, wie wahnsinnig reich Mann/Frau gemessen an den Einheimischen ist (oder gehalten wird), auch wenn sie zu es Hause nicht sind und sich auch nicht so fühlen, kann schon einschneidend sein. Manchen wird das unangenehm oder sie bekommen ein schlechtes Gewissen. Im Urlaub, in dem man sich eigentlich erholen wollte, wird man mit solchen unlösbaren Grunderkenntnissen konfrontiert. Es sollte sich jede/r auf diese Erfahrung von vornherein einstellen. [Buchempfehlung: Wolf Wagner, Kulturschock Deutschland] Wer Land und Leute kennen lernen will, sollte auch die sich bietenden Gelegenheiten nutzen, z.B. Märkte besuchen, Essen probieren und sich mit den Leuten unterhalten. Auch wenn wir Pause machen und Leute neugierig dazukommen, ist das eine gute Gelegenheit. Wer nur außerhalb des Ortes Pause machen will, „damit man seine Ruhe hat“, vergibt eine interessante Chance.

Wer nicht mitfahren sollte

Bitte schätzen sie sich und Ihre Kondition richtig ein, seien sie sich darüber klar, an welcher Art von Reise sie teilnehmen wollen. Und melden sie sich nicht an, wenn
– ihnen Reisen in Afrika zu gefährlich erscheint
– es ihnen zu anstrengend ist, täglich mehrere Stunden Rad zu fahren
– sie hohe Temperaturen nicht vertragen
– sie körperlich und psychisch labil sind
– sie nicht bereit sind, jederzeit mitzuhelfen.

Buchungsablauf und Anmeldung

Eine Anmeldung (möglichst bis 3 Monate vor Abflug) ist per Post, Telefon oder E-Mail möglich. Fragen Sie am besten kurz vorher, ob auf der Reise noch Plätze frei sind. Ggf. können so auch direkt Fragen zur Anreise zum gewünschten Abflughafen oder zu einer eventuellen Verlängerung geklärt werden. Einige Tage nach Eingang der Anmeldung erhalten Sie von uns die schriftliche Bestätigung, aus der nochmals alle relevanten Daten der Reise hervorgehen.
Nach Erhalt der Bestätigung wird eine Anzahlung fällig. Den Restbetrag überweisen Sie bitte ohne weitere Aufforderung bis 28 Tage vor Reisebeginn.
Nach der Anzahlung erhalten Sie von uns ein Informationspaket zu Land und Strecke (Gesundheit, Literatur, Klima, Ausrüstung, Tipps zum Thema „Verhalten“… usw.).
Der Reiseleiter, bzw. die Tourenleiterin fliegt entweder mit der Gruppe oder hält sich bereits im Zielland auf, so dass sie ihn/sie am Ankunftsflughafen kennen lernen.

Im Reisepreis nicht inbegriffen

– evtl. Visagebühren
– Eintrittsgebühren für zusätzliche, nicht aufgeführte Programmpunkte
– eventuelle Gebühren für eine Fotografier- oder Filmerlaubnis (das kam bisher noch nicht vor)
– zusätzliche Transporte, die z.B. aufgrund von Pannen oder Krankheit für einzelne Personen notwendig sein könnten.
– Verpflegung
– Fahrradmitnahme im Flugzeug, sofern die Fluggesellschaft hierfür zusätzliche Kosten verlangt.

Anreise zum Flughafen, Verlängerung des Urlaubs…

Unsere Reisen sind ab Flughafen Berlin (manchmal auch Frankfurt) ausgeschrieben. Sofern möglich, organisieren wir ihnen gerne auch den Abflug von einer anderen Stadt aus. Bei Brussels Airlines kommen noch Hamburg, Hannover, Frankfurt und München, evtl. auch Basel, Zürich, Genf oder Wien in Frage. Bei AF ist die Auswahl noch größer. Voraussetzung ist aber immer, dass bei den jeweiligen Zubringerflügen in der entsprechenden Buchungsklasse noch Plätze frei sind.

Sollten sie Interesse an einer Verlängerung haben, teilen sie uns das bitte frühzeitig mit. Meist ist es möglich, auch einen späteren Rückflug zu buchen. Bei Gruppenbuchungen ist eine Änderung der Flugdaten nach dem Ausdrucken der Flugtickets nicht möglich.

Die Black List der EU, d.h. eine Übersicht der Fluggesellschaften die in Europa nicht starten/landen dürfen, finden Sie unter https://ec.europa.eu/transport/modes/air/safety/air-ban/index_de.htm Und eine Broschüre der EU-Kommission über die Fluggastrechte unter https://ec.europa.eu/transport/passengers/air/air_en.htm
Infos über Fluggastrechte gibt es auch beim Bundesverkehrsministerium.

Stand: 28.12.2016