Reisebericht zur Fahrradtour Tansania/ Kilimandscharo, August 2007

Radreise Tansania, Vom Kilimanjaro zum Ngorongoro Krater

Frischer Kaffeeduft weckt uns am Morgen als sich das Flugzeug der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba nähert. Um 10:00 Uhr geht es hier weiter und kurz nach 12:00 sind wir am Kilimanjaro International Airport. Kurz vorher ging ein Raunen durchs Flugzeug als rechter Hand erst der 4.566 m hohe Mt. Meru zu sehen war und kurz danach auf der linken Seite die schneebedeckte Spitze des Kilimanjaro Massivs auftauchte.
Am Flughafen kriegt man schnell und problemlos sein Visum, wir tauschen etwas Geld und werden von Peter und Good Luck Charles zu den Bristol Cottages, einem angenehmen stadtnahen Hotel gebracht. Nachmittags gibt es eine erste Tourbesprechung, dann erkunden wir zu Fuß den Ort.

 
 

Mi 1.8. Moshi – Old Moshi – Marangu
Vor dem Büro von Tanzania Journeys werden die angebotenen Leihräder inspiziert. Jeder sucht sich eines aus, wechselt z.T. noch die Pedalen oder den Sattel, dann werden sie auf die Autos verpackt und es geht aus der Stadt raus. Schon nach kurzer Zeit verlassen wir die Asphaltstraße und winden uns auf rotbrauner Piste den Berg hoch. Vorbei an Bananenhainen, Kaffeestauden, Obstbäumen und vielen bunten Blüten. Es ist leicht nebelig, es liegt noch etwa Regen in der Luft. Erst gegen 1130 kommt die Sonne raus.
Bei dem Parkplatz des früheren Eingangstores für eine der Routen zur Kilimanjaro Besteigung stellt sich das tansanische Team der Begleitgruppe vor: Michael und Charles, 2 Radfahrer (einer vorne, einer am Schluss), Good Luck Charles, der Koordinator, 2 Köche, Erasto und Küchenhelfer Hussein, die beiden Autofahrer Alfred und Peter. Das eine Auto hat Zelte und Lebensmittel geladen und fährt voraus, das andere hat Trinkwasser, Werkzeug und unser Gepäck, es bleibt immer hinter uns.

Wir starten auf grasbewachsenen Waldwegen mit schmalen Fahrspuren. Zu Beginn noch regennaß und glitschig, Wald, Wasser, viel auf und ab, wunderschöne Landschaft im dicht besiedelten Gebiet der Chagga. Später an intensiv bewirtschafteten Feldern vorbei mit Bananen, Kaffee, Avocado in Massen (wird hier als Viehfutter für die Kühe eingesetzt) und überall Kinder in Schuluniform.
Vorbei am Kibo Hotel auf breiter Pistenstraße und zum Schluß ein Stück Asphalt zum Marangu Hotel. Die Guides bauen uns die Zelte auf und bald serviert das Küchenteam heiße Getränke (Tee, Kaffee, Schokolade).
Der Campingplatz beim Hotel hat einen Sanitärtrakt mit Duschen (Heißwasser) und Toiletten, daneben einen Picknickplatz mit überdachten und beleuchteten Tischen. Beim Abendessen (Blumenkohlsuppe, Kartoffeln, Salat, paniertes Fischfilet) unterhalten wir uns über die Situation an den Schulen, die Arbeit von Lehrern und die Unterschiede zwischen Tansania, Deutschland und der Schweiz. Anschließend probieren wir in der Hotelbar die nächsten einheimischen Biersorten.
Wir fuhren heute nur 20 km was für den 1. Tag völlig ausreichend ist. Es ging von 900m Höhe auf 1.300, wir sind also 400m hoch, dabei jedoch auch 640 runter.

Do 2.8. Von Marangu nach Tarakea 52 km, 1.000 m hoch, 650 runter, 7 ½ Std. inkl. aller Pausen.
Nach einem leckeren Frühstück mit Pancake + Ananas, Omelette + Avocado geht es um 0845 los. Anfangs noch viel grüner Wald mit Bananenhainen + Avocadobäumen. Später trockener, man sah anhand des Staubs auf den Blättern, dass es hier nicht geregnet hatte. Weniger Kaffeesträucher, dafür erste Mangobäume. Einiges auf und ab und dort wo es in der Nacht nicht geregnet hatte auch staubige Piste, so dass wir vor Tarakea von entgegenkommenden oder überholenden Autos ordentlich eingesaut wurden. Allerdings war hier auch gerade eine Straßenbaustelle wo die Straße neu gebaut bzw. verbreitert wird. Häuser am Straßenrand, die dem Bau weichen müssen, sind mit roten Kreuzen markiert.
Gegen 17:00 Uhr erreichen wir den Zeltplatz auf der Wiese neben der Polizeistation. Dahinter sieht man -wenn die Wolken nicht zu stark sind- die Spitze des Mawenzi und die des Kibo. Kurze Wäsche aus Schüsseln mit warmem Wasser das uns die Küche bereitstellt. Von der anderen Seite der Straße her werden wir von den Boxen eines Kassetten- und Videoladens mit flotter afrikanischer Musik beschallt. Abends war es windig und kühl. Ein gutes Abendessen (Suppe, Reis mit Erbsen, Ratatouille mit oder ohne Fleisch), dann noch ein Bier in einer Bar des Ortes.

  

Fr 3.8. Von Tarakea zu einer Schule bei Ol Molog 0830 los, 1600 Ankunft, 57 km, etwa 1.000 Höhenmeter
Heute morgen haben wir ihn endlich gesehen, den Kili und seine schneebedeckte Spitze. Erst kam der Mawenzi aus den Wolken heraus, dann war weiter hinten auch die Schneekuppe zu sehen. Für kurze Zeit war der Himmel wolkenlos, blau und das ganze Bergmassiv gut zu sehen. Bald darauf waren die Wolken wieder da.
Um 0830 geht’s los, erst auf einer breiten frisch gebauten Straße, die uns langsam bergauf führt. Lange Zeit radeln wir über 2.000 m Höhe (max. auf 2087m). Grüne Nadelwälder rechts und links. Mehrfach sehen wir schwarz-weiße Colobus Affen. Später wieder Piste. Immer wieder Blick in die nahegelegene Amboseli Ebene auf der anderen Seite der Grenze nach Kenia. Das Bergmassiv des Kilimanjaro rückt etwas in die Ferne. Die Landschaft ändert sich, wir sehen den Anbau von Sonnenblumen, Kartoffeln, Mais. Mittagspause abseits der Straße an einer schönen Stelle neben einem trockenen Flußbett. Das mit dem Auto vorausgefahrene Begleitteam hat schon gekocht und den Tisch gedeckt. Es gibt frisch frittierte Kartoffelscheiben, Salat aus Möhren, Paprika & Gurke und zum Nachtisch Melone. Anschließend geht es lange Zeit bergab, hinunter in die tiefer gelegene Region nördlich des Kilimanjaro. Wir haben eine nette Begegnung mit fußballspielenden Schulkindern, die gerne auch mal unsere Räder ausprobieren. Bewegten wir uns bisher hauptsächlich im Land der Chagga, ist von nun an die Massai Bevölkerung überall präsent.
Wir fahren bald auf einer Piste von der man kaum glauben mag, dass sie auch von Autos befahren werden kann. Manchmal geht es kurz, steil und steinig in der Kurve hoch, manchmal gibt es zentimeterhohe feinste Staubschichten. Eine ordentliche Herausforderung, aber auf dem Mountainbike auch ein supertolles Fahrgefühl. Zum Schluß fahren wir lange Zeit auf einem ca. 1 km breiten Streifen zwischen dem Kilimanjaromassiv und dem Abstieg in die Amboseli Ebene, d.h. auf der einen Seite immer der Blick auf die Bergkette, auf der andern Seite nach unten, Blick in die Ebene.
Zum Übernachten campen wir in eben jener wunderbaren Landschaft bei einer Schule. Essen gibt es in einem als Versammlungsraum genutzten ehemaligen Klassenzimmer. Auf der Rückseite des Toilettenhäuschens hat unser Begleitteam ein Duschzelt aufgebaut wo wir uns mit warmem Wasser waschen können.

Sa 4.8. Ol Molog nach Ngare na Nyuki 66 km, 760 m hoch, 1.028 m runter
Gestern Abend sagte die Schulleiterin noch, dass es hier seit Ewigkeiten nicht mehr geregnet habe. Während der großen Regenzeit, als es in Moshi tagelang schüttete, gab es hier nur einen einzigen Regen. Und jetzt kommen die weißen Besucher und es regnet in der Nacht! Sind wir die Glücksbringer? Auch am frühen Morgen, als die zwischen unseren Zelten herumlaufenden Hähne uns bereits eine Stunde lang tyrannisiert haben, ist der Himmel noch mit dunklen Wolken bedeckt. Doch der Regen blieb auf die Nacht beschränkt. Es ist noch kühl und windig; das kleine Volleyballfeld auf dem Gelände lädt zu einem kurzen Frühsport ein. Danach wieder Katzenwäsche mit einer Schale lauwarmen Wasser. Wir sehen 2-köpfige und 4-köpfige Ochsengespanne, die auf den Feldern arbeiten. Der Regen der Nacht scheint die Feldarbeit zu erleichtern. Erstmals sehen wir nun Weizenfelder. Traumhaft schöne Landschaft; gelegentlich auch richtig grünes Gras am Wegrand und grüne Felder am Rand der Bergkette. Von einer naheliegenden Gemüsefarm her wird gerade ein LKW sackweise mit Möhren beladen. Ich gebe einem Arbeiter versuchsweise mal 200 Schilling und kriege dafür eine Handvoll Möhren, die wir bei der nächsten Pause in Engare Nairobi verspeisen. Die (nichtasphaltierte) Straße ist jetzt wieder sehr gut befahrbar. Es geht viel bergab, aber es kommt ein stärker werdender Gegenwind auf.
Gegen 1330 sehen wir unser Vorausfahrzeug am Rand auf uns warten. In schönster Umgebung wurde der Mittagstisch gedeckt und Tee, Kaffee, Pommes und eine Gemüsebeilage erwarten uns. Wir blicken auf die grüne dunkle Bergkette und wieder zeigt sich für ein paar Minuten die Schneekuppe des Kibo.
Kurze Zeit später erreichen wir Dutch Corner und biegen rechts ab auf eine reichlich schlechte graue Schotterpiste. Nun haben wir den Kibo im Rücken und den Mt. Meru vor uns. Bald erreichen wir eine extrem unwirtlich wirkende trockene Landschaft. Hier scheint es nur Steine und hüfthohe dornige Akaziensträucher zu geben. Meru- und Massaifrauen kommen uns mit Eseln entgegen, die mit Plastikkanistern für den Wassertransport beladen sind. Gelegentlich zeigen sich kleine Kinder, die auf ein paar Schafe oder Rinder aufpassen.
Schlagartig ändert sich das Bild: wir sehen einen grünen Tomatengarten vor uns. Ein Bewässerungskanal führt vom Mt. Meru herunter und ermöglicht den Gartenbau in der Trockenzeit. Die Gegend ist für ihre Tomaten berühmt. Händler und Händlerinnen stehen mit Tomaten gefüllten Holzkisten am Wegesrand und warten auf eine Transportmöglichkeit.
Bald erreichen wir die ev. Sekundarschule von Ngare na Nyuki wo wir unsere Zelte aufschlagen können. Es ist eine seit 10 Jahren bestehende Internatsschule wo sich 12-14 jährige das ganze Jahr über aufhalten.
Inga, eine junge Journalistin aus Schleswig Holstein arbeitet für zwei Monate hier mit und erklärt uns das Gelände sowie das Schulkonzept. In einem Gästehaus können wir uns waschen. Abendessen gibt es in einem Raum neben der Schulküche; bis 22:00 Uhr liefert ein Generator Licht.

  

So 5.8. Von Ngare na Nyuki nach Longido 71 km (26 Piste + 45 Asphalt)
Die 26 km bis zur Asphaltstraße waren recht gute Piste mit viel bergab Anteil, die wir manchmal mit hoher Geschwindigkeit entlang fegten. Mit dem Mountainbike durch die Bodenwellen, ein Gefühl wie beim Galoppreiten. Eine recht karge und trockene Gegend, ausgetrocknete Bachbetten, viele Akazien, wenig Menschen. Anfangs den Mt. Meru direkt vor uns bis wir ihn am Fuß einer Bergkette links hinter uns lassen.
Die Asphaltstraße gehört zur großen Verbindungsstraße von Nairobi nach Dar es Salaam. Da wir am Sonntag Mittag fahren ist der Verkehr gering. Dennoch donnern immer wieder Lkws, Busse und Pkws mit hoher Geschwindigkeit die Strecke entlang. Wir fahren ordentlich hintereinander, geben uns Windschatten, während uns der Begleitbus von hinten schützt. Mittagspause mit Lunchpaketen irgendwo am Wegrand unter dem dürren Schatten einer Akazie.
Nach dem Essen fällt die Weiterfahrt schwer. Es ist heiß, wir sind müde und die Strecke ist langweilig. Bis plötzlich Charles aus dem Bus heraus „Giraffen!“ ruft -da sind wir hellwach. Erste sehen wir 2, 3 Tiere, dann zählen wir acht, 100 – 200 m weit vom Straßenrand im Busch. Später sehen wir unsere erste Impala Antilope.
Am Fuße des 2.647 m hohen Longido Berges haben wir unser Ziel erreicht. Neben einer einfachen Unterkunft des Cultural Tourism Programmes warten schon die aufgebauten Zelte. Wir nehmen eine heiße Dusche und waschen unser Klamotten, bevor wir uns zum üblichen Nachmittagstee zusammensetzen, der heute mal direkt vor dem Abendessen stattfindet. Guide Charles verläßt uns am Abend, da er mit einer holländischen Gruppe noch eine andere Tour zu führen hat. Er wird von Ibrahim abgelöst, der aus Moshi kommend auch ein neues Rad und frische Lebensmittel mitbringt.

Mo 6.8. Longido
Mit dem lokalen Massai Führer Talashi und unserem guide Good Luck Charles sind wir den Longido Berg hoch. Nach einiger Zeit kommt ein Aussichtspunkt wo man auf einen Felsen klettern kann und dann einen schönen Blick auf die Ebene hat.
Weiter am Berg entlang sieht man den dichten grünen Wald auf der anderen Seite des Tales. Auf nur mäßig ansteigendem Weg laufen wir bald einen schmalen Pfad durch dichten grünen Wald. Der Führer voran, ständig mit einem Buschmesser den Weg freihauend. Wir sehen Elefantendung und Schneisen die von den Tieren in den Busch geschlagen wurden. Bald erreichen wir ein wassergefülltes Felsbecken, das von einem kleinen Wasserfall gespeist wird. Über eine Rohrleitung wird hier Trinkwasser für den Ort und Wasser für das Vieh abgeleitet. Gerade rechtzeitig zum Mittagessen sind wir zurück. Anschließend ist etwas Schlafen, Wäschewaschen, Friseurbesuch und ein Spaziergang im Ort angesagt. Das tansanische Team hat inzwischen alle Räder geputzt, inspiziert und repariert.

Di 7.8. Von Longido nach Kitumbaine 52 km Piste, gegen 15:00 Uhr erreichten wir unser Ziel; etwa 380 Höhenmeter rauf und 520 runter.
Wir machten morgens etwas zügiger, kamen trotzdem erst 0830 los. Schon einen halben km hinter Longido verlassen wir die Straße und fahren auf einer sehr gut fahrbaren Piste. Ein weites offenes Gelände mit vielen Akazien. Kurz vor der Mittagspause dichteres grün, fast schon ein kleiner Wald. Wir sehen ein paar Impalas. Schnell wechselt die Landschaft in eine öde unwirtliche Gegend. Unter dem dürren Schatten von Akazien machen wir eine kurze Pause und erhalten den interessierten Besuch einer Massaifamilie vom Gehöft gegenüber.
Nach der Pause wird es heiß, steinig und teils extrem sandig. Die kommenden 10 km bis Kitumbaine sind sehr anstrengend. Im Ort gibt’s eine Cola Pause, dann haben wir noch 1 km bis zur Kirche am Ortsrand, wo wir unser Camp aufbauen. Es gibt eine gute Dusche! Und wieder machen die guides die Räder sauber…

  

Mi 8.8. Von Kitumbaine nach Gilai Bomba 34 km
Bunte Vögel leisten uns beim Frühstück Gesellschaft. Wir schaffen es, fast eine Std. früher loszukommen. Morgens sehen wir Thomson Gazellen und einen Hasen. Dornbusch Savannen dominieren das Bild. Eine staubige und steinige Strecke, dennoch recht gut fahrbar, tendenziell bergab. Die letzten 10 km anstrengend mit viel Staub und Steinen. In einem Sandloch lege auch ich mich einmal auf die Nase.
Schon um 1215 haben wir unser Tagesziel erreicht, ein Campingplatz neben einer Schule. In alle Himmelsrichtungen blicken wir auf Berge.

Do 9.8. Von Gelai Bomba zum Lake Natron 45 km
Mit den Rädern auf dem Dach des Jeeps fahren wir ca. 20 km durch baumlose Savanne mit dick staubhaltiger Piste bis zur Kreuzung an der Nord-Süd Straße. Wir sehen ein paar Strauße, Giraffen, Gazellen, später auch Zebras und haben einen schönen Blick auf den heiligen Berg der Massai, den Oldoinyo Lengai, der letzte noch aktive Vulkan, dessen Kegel sich einsam aus der Landschaft erhebt.
Am Natron See wie erwartet Unmengen von rosa Flamingos. Nachmittags spazieren wir zum Fluß wo wir eine schöne Badestelle finden. Der Campingplatz ist nicht überzeugend, relativ voll und laut.

Fr 10.8. Vom Lake Natron zu den Engaruka Ruinen 14 km
Wir fahren aufgrund der schlechten Strecke erst mal wieder mit dem Auto. Ab dem Krater „Hole of God“ fahren wir zu den Engaruka Ruinen. Ein spektakulärer Moment als eine Zebraherde und 4 Giraffen unseren Weg kreuzen.
Engaruka ist ein überraschend grüner und fruchtbarer Ort, der Fluß führt ganzjährig Wasser und Bewässerungskanäle speisen die Felder. Am späten Nachmittag ein Spaziergang zu den Ruinen, 2 Std. hin und zurück. Man erkennt zwar die Spuren von alten Bewässerungskanälen, Gräbern und Siedlungen, aber besonders beeindruckend ist das nicht.

Sa 11.8. Von den Engaruka Ruinen nach Mto wa Mbu 56 km, kurz nach 08 los, 1500 angekommen
Wieder eine steinige und staubige aber doch nicht so anstrengende Strecke, eigentlich ein recht angenehmes Fahren. Die Landschaft weniger aufregend. Vielleicht haben wir uns auch schon an die Gegend gewöhnt? Es dreht sich jedenfalls keiner mehr um, als hinter uns eine Zebraherde entlanggaloppierte. Auch ein paar Affen sahen wir zwischendurch.
Beim Transport der Räder auf dem Dach des Jeeps vorgestern sind einige Räder beschädigt worden. Wir haben alle unsere Schwierigkeiten. Mal funktionieren die Bremsen, mal die Schaltung nicht so richtig.
Mittagspause in Kitete, es gibt Kuchen und Kartoffelchips, im Laden hinter uns Cola und auf dem Markt frische Bananen. Nach 1200 weiter, bald linkerhand ein grüner Hang mit Kaktusbäumen, dazwischen ein Raubvogel in seinem Nest. Rechts geht es bergab und wir sehen grüne Reisfelder. Später trockenes abgeerntetes Getreidefeld mit vielen grauen aus der Fläche herausragenden Termitenhaufen. Und wieder mal etliche Zebras.
Nachmittags erreichen wir unsere Hotelanlage mit Campingplatz, Njake Jambo Hotel and Lodge. Duschen, Swimmingpool und Marabus die auf den Bäumen und Dächern im Gelände nisten. Wir verabschieden uns von den tansanischen Mitgliedern unserer Gruppe, die schon heute nach Moshi zurück fahren: unsere Radtourführer Michael + Ibrahim, Beifahrer Peter und Küchenhelfer Hussein. Es bleiben Koordinator Good Luck Charles, Koch Erasto und Fahrer Alfred.

So 12.8. Von Mto wa Mbu in den Ngorongoro Krater
Zügiges Frühstück, gegen 0800 los, gut 1 Std. fahren wir mit dem Auto auf bester Straße bis auf ca. 2.500 m hoch zum Kraterrand und Eingang des Ngorongoro Parks. Langsam und auf schlechter Straße geht es nun in Serpentinen runter in die Kraterebene und auf den See zu. Bald die ersten Zebras, Gnus, Kronenkraniche, Hippos, eine Hyäne, ein Büffel … Im Verlauf der Tour wurden wir schier erschlagen von der Anzahl der Tiere. Eine große Herde von Gnus und Zebras umfaßte sicherlich mehr als 1.000 Tiere, ebenso die große Büffelherde die sich wenig später zeigte. Der kleine Teich beim Picknickplatz war voll mit Hippos, 2 Löwen im Gras, erst ein einzelner Elefant, später noch jede Menge mehr, auch Gazellen, Antilopen, ein Schakal … Eine absolut reichhaltige und gut arrangierte Tiershow.
Nach dem Abendessen im Camp noch ein Spaziergang in den Ort, wo wir auch mal das lokale Bananenbier probieren.

Mo 13.8. Von Mto wa Mbu in den Lake Manyara Nationalpark
Ebenso zügig los und früh in den viel näher gelegenen Manyara Park. Auch hier ging es Schlag auf Schlag: Affen, 3 Löwen, Giraffen, Elefanten. Einmal stand eine 7-köpfige Gruppe direkt vor uns auf der Straße und schob sich dann gemütlich in 2-3 m Entfernung am Auto vorbei. Ebenso war ein mal die Straße von einer Affenherde mit über 70 Tieren blockiert.
Einmal können wir sehr schön beobachten wie ein Elefant versucht eine ca. 3m lange grasartige Liane aus dem Boden zu rupfen. Mit dem Rüssel alleine schafft er es nicht, nimmt dann einen Fuß zur Hilfe mit dem er das Gras festhält um mit dem Rüssel den unteren Teil aus dem Boden zu ziehen. Sorgfältig klopft er den Erdballen am Knie ab um sich endlich die Liane ins Maul zu schiebe. Zum Schluß rupft er sich doch noch den restlichen Wurzelballen mit dem Rüssel ab.
Weiterhin sehen wir reichlich Pelikane, Gnus, Hippos, zwei Baby Dik Dik und auch heute fühlen wir uns bald erschlagen und fahren zum Camp zurück. Packen, Souvenirs einkaufen und 1500 zurück nach Moshi.
Wir laden alle unsere tansanischen Begleiter zu einem Abendessen ein und verteilen unser Trinkgeld für die Tourbegleitung. Am nächsten Tag können wir noch mal in Ruhe zu Fuß durch Moshi schlendern. Am Nachmittag werden wir zum Flughafen gebracht und am nächsten Morgen sind wir früh wieder in Frankfurt.
Das war eine gute Tour; abenteuerlich, herausfordernd und intensiv. Bis auf den Abstecher zum Natron See hat uns alles bestens gefallen. Zum Pausentag in Longido gab es unterschiedliche Meinungen, einige sagten, den hätte man sich sparen können. Die vor Ort ausgeliehenen Räder waren nicht gerade in gutem Zustand. Dennoch freuten wir uns alle, dass wir nicht unsere eigenen Räder auf diesen Pisten malträtiert haben; sie hätten wahrscheinlich einiges zu erleiden gehabt. Die intensive Betreuung durch die tansanische Begleitung war nicht übertrieben; es war für uns sehr angenehm, dass vor Ort die Zelte aufgebaut wurden, jemand die lokalen Toilettenhäuschen säuberte, Wasser warm gemacht wurde und vor allem, dass es drei mal täglich ein leckeres Essen gab.