Reisebericht Fahrradtour Ruanda

Reisebericht zu einer Fahrradtour Ruanda im Dezember 2017

In Kigali frühstücken wir auf der Terrasse unserer Unterkunft. Nachdem die ersten Räder zusammengebaut sind, gehen wir zu Fuß in die Stadt, wechseln Geld und werfen einen Blick in die Supermärkte. Zwischendurch stellen wir uns eine halbe Stunde unter als ein plötzlicher Platzregen losgeht.
Am Nachmittag besuchen wir die Genozid Gedenkstätte. Unglaublich, wie die Kolonialmacht die Bevölkerung in zwei Gruppen einteilte und dann eine davon förderte und bevorzugte. So wurde die Grundlage für rassistisches Denken und den späteren Völkermord geschaffen. Eine ganz tolle Ausstellung.
Zwei Teilnehmer fahren abends noch mal zum Flughafen, ihre Räder waren gestern nicht angekommen. Zwei Stunden später sind sie mit ihren Rädern zurück. Jubel und ein Bier.

Zügig starten wir zu unserer ersten Etappe, 55 km von Kigali nach Muhanga. Nach zwei Anstiegen beginnt ein Nieselregen und wir stellen uns unter. Das war gut, denn sofort regnet es stärker. Den ganzen Tag heißt es Jacke anziehen, Jacke ausziehen. Wenn es länger bergab geht ist es zu kühl um im T-Shirt zu fahren und bergauf kommt man doch schnell ins Schwitzen.
Nach der Pause erklimmen wir den dritten Hügel und genießen oben ein paar Samosas mit Kartoffelfüllung. Gegen 1500 Uhr sind wir bei der Unterkunft; fünf Anstiege und 1.100 Höhenmeter liegen hinter uns.
Chefin Caritas und eine Gruppe junger Frauen heißen uns willkommen und versorgen uns mit Getränken. Jane erklärt uns die Begrüßungsformeln – auch was ‚ich liebe dich‘ in Kinyarwanda heißt und mit großem Gelächter übe ich das mit ihr. Später laufen wir in die Stadt und besuchen den Markt. Wir sind beeindruckt vom reichhaltigen Angebot an Obst und Gemüse.

Fahrrad in Muhanga, Reisebericht Fahrradtour Ruanda Ruanda bei Muhanga, Reisebericht Fahrradtour Ruanda

Es folgt eine angenehme Etappe. Die Höhenunterschiede sind nicht so groß; es geht leicht wellig auf und ab. Wir haben Zeit für kurze Pausen und Begegnungen mit den Leuten. Mittags sind wir bei der Unterkunft in Nyanza angekommen. Später radeln wir zum Königspalast-Museum, wo wir eine Führung bekommen. Wir sehen die Hütte des Königs, das Haus wo seine Frau wohnte, das Haus wo Bier gebraut wurde und wir sehen die königlichen Rinder. Ein Hirte führt eine geschmückte Kuh vor und singt ihr ein Lied. Anschließend folgt eine Führung durch den modernen Königspalast, den die Belgier bauten, nachdem sie die traditionellen Gebäude zerstört hatten.
Nach dem Abendessen sitzen wir im Hof zusammen, essen Ananas, Papaya und Mango. Ein Teelicht in die ausgehölte Ananas gestellt, ergibt eine schöne Laterne. Es ist Wochenende und in der Unterkunft ist Disco-Abend angesagt. Einige von uns schlafen heute schlecht.

Heute ist unsere erste Pistenstrecke dran. Wunderschön aber auch anstrengend. Im ersten Teil geht es durch grüne Täler mit Reisanbau und Papyrussümpfen. Grüne Hänge, rotbraune Erde, waldreiche Gegend. Ausgeschildert ist so gut wie gar nichts, so dass wir sicherheitshalber immer wieder nach dem Weg fragen. Diejenigen die ein GPS dabei haben meinen wir seien völlig falsch – was aber nicht stimmt. Im ersten Ort wo wir eine Pause einlegen hängt im Laden ein großes Poster von afrikanischen Staatspräsidenten mit ihren Ehefrauen.

Reisebericht Fahrradtour Ruanda, Piste nach Nyanza Reisebericht Fahrradtour Ruanda, Piste nach Nyanza

In Miko probieren wir Hirsebier, was ganz schön müde macht. Bis zur Asphaltstraße folgt nun eine elende Kopfsteinpflasterpiste. In einem winzigen Schuppen essen wir Kartoffeln und Bohnen für weniger als einen Euro. Dann treffen wir ein britisch-polnisches Radfahrerpaar die in den nächsten Tagen mit einem Tag Vorsprung fast die gleiche Strecke wie wir fahren. Unsere Unterkunft hat einen schönen Garten wo wir den restlichen Tag verbringen.

Ein reichhaltiges Frühstück mit Omelette und Obst stärkt uns. Wir kommen gegen 0900 Uhr los und fahren erst mal zur Murambi Gedenkstätte. Etwa 50.000 Menschen wurden hier ermordet nachdem sie sich in die Schule geflüchtet hatten. Führer Emmanuel erzählt auch aus seiner persönlichen Geschichte, z.B. wie noch immer Bilder von den riesigen Hunden in seinem Kopf sind, die an den auf der Straße liegenden Leichen fressen.

Beim Kitabi College for Conservation and Environmental Management sind wir nun auf 2.370 m Höhe. Es ist Weihnachten und einige von uns gehen mit Gérard in die Kirche. Die anderen sitzen in einem Klassenraum wo es eine gute Internetverbindung gibt. Nachmittags führt uns Gerard durch die Teeplantagen, an den Rand des Waldes und ein Stück hinein. In größerer Entfernung sehen wir verschiedene Affengruppen. Zurück durch die Teesträucher kommen wir auf der Straße beim Honigladen raus.

Reisebericht Fahrradtour Ruanda, Teeplantage bei Kitabi Reisebericht Fahrradtour Ruanda, am Anfang des Nyungwe Forest

Wir fahren entlang der Teeplantage wo Teepflücker gerade am Arbeiten sind. Durch den Nyungwe Wald starten wir auf gut ausgebauter Straße in einer wunderschönen Landschaft. Die Grillen zirpen, man hört und sieht viele Vögel, Schmetterlinge flattern herum und wollen sich nicht fotografieren lassen. Viele kleine bunte Blüten und auch mal große Fackellilien und Lobelien oder violett blühende Bäume.
In dem immergrünen Bergregenwald verläuft die Wasserscheide zwischen den Flusssystemen des Kongo und des Nils. So gibt es nach etwa 50 km und mitten in einer Abfahrt auch ein Schild zum Congo Nile Divide.
Im Uwinka Besucherzentrum machen wir mittags unser Picknick. Es gibt aber auch ein Restaurant das Essen für 3,- € anbietet. Jetzt sind es nur noch 18 km bis Gisakura und die gehen ordentlich bergab. Nach einer Stunde sind wir aus dem Wald raus und erreichen die Teeplantagen. Zwischendurch halten wir mehrfach an um Affen zu fotografieren.
Bei der Unterkunft kann man schön auf dem Balkon im ersten Stock sitzen und beobachten was unten auf der Straße so alles passiert. Hinter dem Haus ist ein kleiner Markt wo wir Mangos und Avocado kaufen.

Reisebericht Fahrradtour Ruanda, Nyungwe Forest Reisebericht Fahrradtour Ruanda, Unterkunft nach der Fahrt durch den Nyungwe Forest

Nur gut eine Stunde dauert es bis zum Beach Motel. Vorher halten wir bei einem kleinen Projekt das Säfte herstellt. Der dazugehörige Laden hat auch Honig und Marmelade. In einem kirchlichen Laden kauft Gabriel ein Jesus-Maria Wackelbild. Zum Mittagessen fahren wir zurück nach Nyamasheke und bekommen im Restaurant „La Cofiance“ noch was vom Buffet ab. An der Straße treffen wir Amerikanerinnen, die mit dem Peace Corps Englisch unterrichten wollen. Abends gibt es ein gutes Essen auf der Terrasse mit Blick auf den See und auf die ausfahrenden Fischerboote.

Wir fahren die perfekt ausgebaute Straße rauf und runter. Zwischendurch immer wieder eine kurze Pause um aufeinander zu warten. Bei einer Gelegenheit erzählt ein Lehrer was über die Primarschule in der er arbeitet, bei einem anderen Stopp treffen wir wieder auf 2 Amerikaner die mit dem Peace Corps als Lehrer arbeiten. Immer wieder haben wir einen Blick auf den Kivu-See. Wenn die Straße mal nach ganz unten führt, sind dort meist Reisfelder in allen denkbaren Grüntönen zu sehen. Ein kleiner Bach der braunes Wasser führt mäandert durch die Felder. Beim nächsten Stopp schauen wir zu wie Reis getrocknet wird.
Kurz vor Morogonero gibt es noch mal einen starken Anstieg. Zusammen mit Gabriel hänge ich mich an einen LKW. Auf einem flacheren Stück gelingt es uns, während der Fahrt die Seiten zu wechseln.
Im Kigarama Esperance erwartet uns Theo, begrüßt uns mit einem Obstteller und informiert über das landwirtschaftliche Ausbildungsprojekt.
Auf der Terrasse hat man einen tollen Ausblick mit grünem Garten und einem Zipfel vom Kivu-See. Eine gute halbe Stunde später wird uns ein Mittagessen serviert. Danach zeigt und erklärt Theo das Gelände. Später reden wir bei einem Kaffee auf der Terrasse über den Genozid und seine Erfahrungen. Abends gibt es eine super Pizza und ein Motorradfahrer holt Bier für uns.

Reisebericht Fahrradtour Ruanda Reisebericht Fahrradtour Ruanda

Reisebericht Fahrradtour Ruanda, Kigarama Esperance nach Morogonero Reisebericht Fahrradtour Ruanda, auf dem Weg zum Bumba Base Camp

Ebenso reichhaltig fällt das Frühstück aus, Omelette, Brot, Avocado und ein Riesen-Obstsalat – großartig. Ja, es sind heute nur 25 km aber dazwischen liegen mindestens fünf größere Hügel.
Die Unterkunft Home St. Jean liegt auf einem kleinen Hügel mit wunderbarem Blick auf den See und ist bei allen weißen Travellern sehr beliebt. Jede Gruppe sitzt für sich, Kontaktaufnahme untereinander ist bei Muzungos nicht angesagt.

Beim Frühstücksbuffet gibt es erstmals Porridge und Obst; wer will kriegt auch ein Omelette. Bis Rubogenero, wo sich die Straßen nach Kigali und nach Rubavu trennen geht es angenehm auf und ab, danach aber kontinuierlich den Berg hoch, ungefähr von 1.200 auf 2.000 m
Father Patrick begrüßt uns in Arbeitskleidung. Er ist mit anderen Männern gerade dabei, das Gelände zu säubern. Ein wunderbares Mittagessen erwartet uns und wir lernen Jürgen kennen, der beim Ausbau des touristischen Konzeptes berät.
Am Abend ruft uns Ernest zum Lagerfeuer. Er ist 37 Jahre alt und seit gut 10 Jahren hier der Manager. Neben ihm arbeitet Jackie in der Küche.
Das Projekt wurde wenige Jahre nach dem Genozid von Father Patrick begründet. Da Teile der einheimischen Kirche am Völkermord mitgewirkt hatten, bat man auch bei den Kirchen in den Nachbarländern um Unterstützung. So kam Patrick als Priester aus Uganda um mit den Opfern des Genozides zu arbeiten, Betreuung und medizinische Versorgung anzubieten.
Später gab es ein Projekt mit Strickmaschinen und Frauen strickten Pullover für die Kinder. Manchmal gaben Schule Aufträge für mehrere hundert Stück. Die Frauen erhielten Betreuung, z.B. in Buchhaltung und Vertrieb. Heute sind die Maschinen defekt. Es fehlen Ersatzteile und keiner weiß sie zu reparieren. Irgendwann kam noch eine kleine Bäckerei mit einem richtig guten Ofen dazu. Hier werden Brote, Mandasi und andere Gebäcke gebacken. Die Frauen arbeiten in unterschiedlichen Gruppen und vermarkten die Produkte in der Umgebung. Der lokale Markt ist klein und für eine Ausweitung fehlen ihnen die Mittel. 2016 wurde die Bäckerei mit einer Unterstützung von ‚The Women’s Bakery‘ unter dem Namen Mama Dunia Women’s Bakery neu gestartet und Jackie ist für die Koordination zuständig.
Mit der Entwicklung des Congo Nile Trails ergab sich für das Bumba Base Camp eine neue Möglichkeit, als man Wanderern eine Übernachtungsmöglichkeit anbot. Zuerst wurde ein Zeltplatz zur Verfügung gestellt, später ein Haus mit vier Übernachtungsräumen gebaut.
Patrick holte Ernest aus Uganda dazu, der hier engagiert mithilft. Er sorgt sich aber auch um seine eigene Situation. Er ist alleine, bekommt kaum Geld und kann sich nicht um seine 15-jährige Tochter kümmern, die in Uganda bei seiner 82-jähigen Mutter lebt.
Father Patrick hat noch seine eigene Gemeinde in der Kigali Region und ist nicht regelmäßig hier.
Durchreisende Touristen werden um Unterstützung angesprochen. Eine Frau aus Dänemark arbeitete danach drei Monate als Freiwillige mit. Im letzten Jahr war Philip aus Bayreuth hier und nun ist ein SES-Berater anwesend. Man möchte das touristische Potential ausbauen, das Gelände säubern, ansprechend gestalten, Blumen pflanzen, eine Vogeltränke anlegen, Bienenhaltung integrieren und vor allem eine ordentliche und saubere Küche einrichten. Das Projekt hat auch zwei Mal eine Kleinförderung von der deutschen Botschaft erhalten.

Reisebericht Fahrradtour Ruanda, Bumba Base Camp Reisebericht Fahrradtour Ruanda, Blick vom Bumba Base Camp auf den Kivu-See

Zum Frühstück kriegen wir erstmals das aus Uganda so bekannte Rolex-Essen, rolled eggs – ein Omelette in ein Chapati gelegt und dann zu einer Rolle gedreht. Wir schauen uns noch die Bäckerei an wo heute, Sonntagvormittag, noch kein Betrieb ist.
Auf dem Congo Nile Trail geht es nun steil nach unten. Anfangs ist es eine gut ausgebaute Piste, die später in eine einfache Graspiste übergeht. Die Strecke hat nun einen single trail Charakter und mehrfach überqueren wir kleine Bäche. In Musasa fängt es an zu regnen und wir stellen uns unter. Zuerst in einer Kneipe wo es aber sehr laut ist und die Angetrunkenen uns für ein weiteres Bananenbier anbaggern. Danach stehen wir draußen unter einem Dach; uns gegenüber eine Gruppe von Frauen und Kindern die uns beobachten. Nach 1 ½ Stunden fahren wir doch im Regen weiter. Mal wird es weniger, mal wieder mehr. Irgendwann wird es dann recht ungemütlich, nass und kalt.
Doch die Strecke zieht sich hin und ist oft steil und steinig. Alle kommen mal in den Genuss, ihr Rad schieben zu dürfen. Bei gutem Wetter wäre das sicher eine der tollsten Etappen gewesen.
Erst kurz vor 1700 Uhr kommen wir bei der Unterkunft in Kinunu an. Zum Aufwärmen trinken wir Kaffee und Tee mit Milch, Honig und Ingwer. Auf das neue Jahr warten wir nicht mehr, wir gehen um 2200 Uhr zu Bett.

Am nächsten Tag reinigen wir die Räder und waschen Wäsche, lassen uns den großen Garten zeigen und ich hole Zutaten für einen Salat zum Mittagessen. In der Küche bereite ich den Salat zu und das ganze Personal beobachtet was der Weiße da macht. Hinterher probieren sie alle mit.
Nachmittags wird uns die Kaffee-Wasch- und Verarbeitungsanlage gezeigt, danach besuchen einige den Strand und am Hafen finden wir uns alle wieder. Ein Kingfisher lädt dazu ein fotografiert zu werden.

Reisebericht Fahrradtour Ruanda, Congo Nile Trail von Bumba nach Kinunu Reisebericht Fahrradtour Ruanda, im Hafen von Kinunu

Am Morgen lassen wir zwei Motorradtaxis kommen die jeweils vier Satteltaschen nach oben bringen. Kurz vor 0900 Uhr sind wir oben und fahren los. Gabriel lässt in einer Werkstatt noch schnell eine klackernde Pedale reparieren. Der Weg ist jetzt gut ausgeschildert und wird auch nur noch als mittelschwer bezeichnet – während es gestern „schwer“ war.
Wir fahren durch dichten Wald mit viel Wasser, bunten Vögeln auf sehr gut fahrbarer Strecke. Später kommen vermehrt Bananen, Mais und Kaffeesträucher. In Nkora sind wir wieder auf See Höhe. Ein Wasserkraftwerk versorgt die Orte in der Bucht mit Strom.
Auf steiniger aber doch gut fahrbarer Strecke geht es weiter, auch mal 100 m und mehr über See Level. Wir legen mehrfach kleine Pausen ein, bei den Cymbiri Waterfalls oder bei Geraldine im Ort Rwingyoni wo es Tee und Mandasi gibt. Gabriel jongliert mal mit Passionsfrüchten und amüsiert die Kinder und ich probiere ein neues Ingwergetränk.
Nachmittags sind wir in Rubavu und kommen in einem alten Kolonialhaus direkt am See unter.

Am nächsten Morgen regnet es. Wir radeln los, als der Regen nachlässt. Doch bald geht es wieder los und wir fahren fast zwei Stunden im Regen. Dann macht der von 1200 bis 1500 Uhr eine Pause und startet wieder mit einer halben Stunde heftigstem Sturzregen. Wir retten uns in eine Kirche wo etwa zehn Personen im Kreis stehen und Lieder singen.
An einem Busbahnhof mit kleinem Markt kaufen wir Erdbeeren und einen Käselaib. Erst am Nachmittag kommen wir In Musanze an. Gabriel führt uns zu einem Café mit Pizzarestaurant. Hier gibt es leckeren Tee, Cappuccino, Gebäck, Kuchen oder Samosas.
Am Abend gibt es in der Bar noch ein Bier und dazu die Erdbeeren von heute Morgen.

Reisebericht Fahrradtour Ruanda, Pause auf dem Congo Nile Trail beim Wasserfall Reisebericht Fahrradtour Ruanda, Pause auf dem Congo Nile Trail

Den Vormittag verbringen wir individuell. Einige fahren nach Kinini zum Zentrum des nationalen Radsportteams, andere stromern im Ort herum. Auch hier gibt es einen Markt mit einem reichhaltigen Angebot an Obst und Gemüse.
Nach dem Mittagessen fahren wir aus dem Ort heraus, stark bergab und dann zu den beiden Seen. In vielen Windungen geht es etwa 300 m bergan. Im Foyer werden wir freundlich empfangen und zu den Zimmern geführt. Alle haben einen tollen Ausblick auf den See.
Eine Internetverbindung gibt es erst am Abend. Jesus ist Teil des Passwortes und Jesus ist hier sehr sehr langsam.

Die meisten genießen einen Pausentag beim Foyer de Charité. Ich ziehe mit Manfred los, den Weg zum Lake Ruhondo Camp zu erkunden. Nach unzähligen Hügeln und Windungen kommen wir zwei Stunden später dort an. Kaum ein Gast reist auf diesem Weg an, sie parken am anderen Ufer und lassen sich mit dem Boot rüberbringen.  Nachdem wir uns die Anlage angesehen haben, nehmen wir auch diesen Weg. Am anderen Ufer fahren wir drei km Piste bis wir auf die Straße nach Musanze treffen. Mittags sind wir dort, essen wieder bei Diana und am Nachmittag sind wir im Foyer.

Reisebericht Fahrradtour Ruanda, Foyer de Charité und Blick auf den Lake Ruhondo Reisebericht Fahrradtour Ruanda, Gakenke

Wir fahren vom Foyer de Charité die Hügel runter um wieder auf die Asphaltstraße zu kommen. Nun fahren wir erstmals auf fast ebener Strecke durch ein breites Tal. Die Sonne scheint, es regnet nicht – sehr angenehm.
Gakenke hat seinen ganz eigenen Charme, kaum jemand spricht englisch, wir werden nicht angesprochen und die kleine Straße im Ort ist beidseitig mit schönen alten Häusern bebaut.
Im gerade  eröffneten Morando Restaurant bestellen wir schon mal das Abendessen, das dann recht ausgiebig ausfällt, lecker schmeckt und wir sehr gastfreundlich empfangen werden. Am Nachmittag entdecken wir noch einen Bäcker wo es Tee, Kaffee und kleine Teiggebäcke gibt.
Da frühstücken wir auch am nächsten Morgen und erreichen nach gut einer Stunde den Geschäftskomplex von Sina Gerard. Hier gibt es Joghurt, Pizza, Kekse, Säfte … Ich kaufe mir ein Karottensaftkonzentrat das mich noch viele Tage lang begleiten wird.

Reisebericht Fahrradtour Ruanda, von Gakenke nach Kigali durch ein Flusstal Reisebericht Fahrradtour Ruanda, LKW-Hilfe beim Bergauf fahren

Wir fahren weiter durch das breite grüne Tal am Fluss entlang und sehen Mais, Eukalyptus, Pinien, Bambus, Avocados, Bananen und kleine Ananaspflanzungen. Doch auch heute kommt noch eine schöne Steigung, etwa 800 m hoch. Oben sind wir gegen 1200 Uhr. Den Rest der Strecke geht es überwiegend (stark) abwärts so dass wir schon früh in Kigali sind. Im indischen Restaurant Khana Khazana gibt es ein Abschieds-Abendessen. Mir fällt eine Krone vom Zahn.

Für 1000 Uhr haben wir mit Allan Mubiru von der Kaffee Kooperative ein Treffen bei der Rösterei verabredet. Die liegt hinter dem Flughafen und wir brauchen mit Auto fast 45 Minuten dorthin. Eine Gruppe von Frauen bereitet den Kaffee-Export nach Deutschland vor. Unter dem Namen „Angelique’s Finest“ gibt es eine Röstung bei der alle Arbeitsschritte nur von Frauen ausgeführt werden. Allan zeigt uns das Video dazu. Danach besuchen wir die Rösterei, das Mahlen und Verpacken sowie das Verkostungslabor. Zwei kleine Röstmaschinen wurden in Deutschland gekauft und dazu gab es ein Training, wie der deutsche Geschmack ausfällt und wie dafür zu rösten ist.

Nachmittags suche ich per Rad eine Zahnklinik auf und als ich meine Lage erkläre darf ich warten. Eine Studentin zementiert die Krone neu ein. Die meisten fliegen heute Abend zurück; ich trinke am Abend noch ein Bier mit Klaus und Angelika, die erst morgen fliegen. Hans hat sich auf den Weg gemacht, mit dem Rad nach Nairobi zu fahren und ich selbst fahre nun von Kigali nach Kilimanjaro und bin noch mal gut zwei Wochen und etwa 1.200 km unterwegs.

Reisebericht Fahrradtour Ruanda, Kinder sind immer wieder mal dabei

Ruanda, das Land der 1.000 Hügel, eine richtig gute Afrika-erleben Fahrradreise, sehr abwechslungsreich, tolle Landschaft und sehr nette Menschen.